09.11.2020

Knapp jedes fünfte Auto (19,9 Prozent) hat bei der Hauptuntersuchung (HU) aufgrund von „erheblichen Mängeln“ keine Plakette von den TÜV-Prüfstellen erhalten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Anteil der Fahrzeuge, die bei der HU durchgefallen sind, um 1,6 Prozentpunkte gesunken.

Das ist ein Ergebnis des „TÜV-Report 2021“. „Die technische Sicherheit der Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen hat sich leicht verbessert“, sagte Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands (VdTÜV), bei der Vorstellung des TÜV-Reports. „Vor allem ältere Autos zwischen acht und elf Jahren schneiden besser ab.“ So ist der Anteil der 8 bis 9 Jahre alten PKW mit erheblichen Mängeln um 2,6 Prozentpunkte auf 19,9 Prozent gesunken und bei den 10- bis 11-Jährigen sogar um 3,4 Punkte auf 24,8 Prozent.

Autos mit erheblichen Mängeln müssen repariert und erneut geprüft werden. Bei weiteren 9,6 Prozent der Fahrzeuge wurden „geringe Mängel“ festgestellt, die nicht zu einer Wiedervorführung verpflichten (minus 0,1 Punkt). Der Anteil der PKW „ohne Mängel“ ist um 1,6 Punkte auf 70,4 Prozent gestiegen. „Trotz des positiven Trends ist jedes fünfte Fahrzeug mit ernsthaften Mängeln unterwegs, die eine Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellen“, sagte Bühler. Immerhin 0,05 Prozent oder in absoluten Zahlen rund 14.000 Fahrzeuge wurden bei den Hauptuntersuchungen in Deutschland als „verkehrsunsicher“ eingestuft und mussten sofort stillgelegt werden. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung und der gestiegenen Anforderungen an die Umweltverträglichkeit der Fahrzeuge fordert der TÜV-Verband eine Modernisierung der HU. Bühler: „In die Hauptuntersuchung müssen zusätzliche Prüfpunkte für digitale Steuerungssysteme, sicherheitsrelevante Datenanalysen und neue Abgasmessungen integriert werden.“

Die letzten Neuerungen bei der HU betrafen vor allem die Mängelsystematik. Zum zweiten Mal ist in den aktuellen TÜV-Report die neue Kategorie des „gefährlichen Mangels“ eingeflossen. Ein gefährlicher Mangel wiegt schwerer als ein „erheblicher Mangel“, führt aber nicht zur Stilllegung des Fahrzeugs („verkehrsunsicher“). Fahrzeugbesitzer müssen gefährliche Mängel wie stark verschlissene Bremsscheiben, instabile Verankerungen der Sicherheitsgurte, defekte Bremsleuchten oder stark beschädigte Reifen „unverzüglich“ in einer Werkstatt beheben lassen. Wie bei den erheblichen Mängeln muss das Auto innerhalb eines Monats erneut vorgeführt werden und erhält erst dann eine neue Plakette. Im TÜV-Report 2021 liegt der Anteil der Fahrzeuge mit „gefährlichen Mängeln“ wie im Vorjahr bei 0,4 Prozent. Das entspricht über sämtliche Hauptuntersuchungen in Deutschland hinweg rund 85.000 Fahrzeugen. Aufgrund der geringen Quote wird der Wert im TÜV-Report den erheblichen Mängeln zugeordnet.