01.03.2021

Ist der Verbandkasten vorhanden und vollständig bestückt? Diese Kontrolle durch einen Prüfingenieur gehört zu jeder Hauptuntersuchung (HU) der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH und ihrer Partner. Erfüllt das vorgeführte Fahrzeug diese in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) festgehaltene Vorgabe nicht, wird das als geringer Mangel eingestuft.

Ebenfalls kontrolliert der Prüfingenieur, ob die Haltbarkeitsdaten der steril verpackten Hilfsmittel im Erste-Hilfe-Set noch aktuell sind. Ist das Datum überschritten, hält er einen entsprechenden Hinweis fest.

Die Erfahrung der GTÜ-Prüfer spiegelt wider, wie deutsche Autofahrer mit dem Thema Verbandkasten umgehen: Nur selten gibt es einen Mangel, weil der Verbandkasten komplett fehlt oder nicht vollständig bestückt ist. Im vergangenen Jahr kam das bei den insgesamt rund 3,4 Millionen Hauptuntersuchungen durch die GTÜ knapp 15.000 Mal vor. Das entspricht einem Anteil von rund 0,45 Prozent. Vor 20 Jahren sah es ähnlich aus: Im Jahr 2000 führten die GTÜ-Partner insgesamt etwas mehr als 1,6 Millionen Hauptuntersuchungen durch. Dabei fehlte der Verbandkasten bei knapp 6.000 vorgestellten Fahrzeugen (0,37 Prozent).

Deutlich häufiger ist der Inhalt des Sets abgelaufen. Oft wird das bei der zweiten Hauptuntersuchung nach Erstanmeldung eines Fahrzeugs festgestellt, wenn darin noch die ursprüngliche Ausstattung des Verbandkastens vorhanden ist. Denn die Haltbarkeit der meisten Erste-Hilfe-Sets läuft nach fünf Jahren ab.

An der Relevanz der Verbandkastenkontrolle bei der HU besteht kein Zweifel, und die Prüfung ist wichtig für die Sicherheit im Straßenverkehr. Denn das Erste-Hilfe-Set an Bord kann bei einem Unfall lebensrettend sein. Genauso entscheidend ist es, dass Autofahrer aktuelle Erste-Hilfe-Kenntnisse haben, um den Verbandkasten auch richtig anwenden zu können.

Und wie werden Verbandkästen im Fahrzeug richtig untergebracht? Auf der Hutablage zum Beispiel sind Erste-Hilfe-Sets starker Sonnenwärme ausgesetzt, was schlecht für das Material ist. Am besten geeignet sind seitliche Fächer in der Fahrertür oder Taschen an der Rückseite des Fahrersitzes. Hat das Auto eine Schublade unter dem Fahrersitz, lässt sich der Verbandkasten auch hier unterbringen. Häufig ist das Erste-Hilfe-Set herstellerseitig in einem seitlichen Fach ganz vorn im Kofferraum untergebracht. Das ist für gewöhnlich gut zu erreichen – nach einem Heckaufprall jedoch oft nicht mehr. Absolut falsch ist es jedoch, Verbandskasten und Warndreieck ganz tief im Kofferraum zu verstauen. Denn wenn bei einem Unfall erst einmal der Kofferraum ausgeräumt werden muss, geht dadurch wertvolle Zeit verloren.