Kinder im Auto richtig sichern

Kinder verunglücken immer noch viel zu oft als Fahrzeuginsassen.
Ein Crashtest für den aktuellen Dekra-Verkehrssicherheitsreport macht einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, Kinder im Auto mit einem passenden Kindersitz zu sichern.

Jeden Tag kommen weltweit auf den Straßen rund 300 Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen ums Leben. In Deutschland ist die Zahl der getöteten Kinder 2018 auf 79 gestiegen (2017: 61) und liegt knapp über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Auch in anderen EU-Staaten ist der lange Zeit positive Trend nicht mehr eindeutig erkennbar. Am häufigsten verunglücken Kinder dabei als Fahrzeuginsassen. In vielen Staaten der Welt ist eine auf Größe und Gewicht von Babys und Kindern angepasste Sicherung in Fahrzeugen vorgeschrieben. Mit Babyschalen, Kindersitzen und Sitzerhöhungen sind für jedes Kinderalter und jede Statur geeignete Produkte auf dem Markt. Der Nutzen der Systeme ist unbestritten. Dennoch gibt es noch immer Eltern, die ihre Kinder nicht oder falsch sichern, und Staaten, in denen die Sicherung nicht vorgeschrieben ist – leider immer wieder mit tragischen Folgen.

„Liegt der Gurt nicht richtig an, kann das Kind im Ernstfall an den Dachhimmel prallen“, erklärt Dekra Unfallforscher Andreas Schäuble. „Dann drohen schwere Verletzungen wie etwa die Stauchung der Wirbelsäule. Ist das Kind zu locker im Sitz gesichert oder hat dieser nicht die richtige Größe, entstehen bei einem Aufprall unter Umständen massive Beugungen und Überstreckungen der Halswirbelsäule. Die Nervenstränge können dabei dauerha­ft geschädigt werden. Schlägt der Kopf auf dem Vordersitz auf, kann es im schlimmsten Fall zu einem Schädel-Hirn-Trauma kommen“, so der Dekra-Experte.

Was bei einem Unfall passiert, wenn ein Kind überhaupt nicht gesichert ist, verdeutlicht ein aktueller Dekra-Crashtest mit der innerorts üblichen, vergleichsweise geringen Geschwindigkeit von 50 km/h. „Ein Kinderdummy war dabei ordnungsgemäß in einem Kindersitz gesichert, ein zweiter Kinderdummy saß nicht angeschnallt auf dem Rücksitz“, so Peter Rücker aus dem Dekra Crash Test Center. „Mit einer Größe von 1,13 Metern und einem Gewicht von 23 Kilogramm wurde jeweils ein sechsjähriges Kind nachempfunden.“

Die Bilder sprechen für sich. Während der ordnungsgemäß gesicherte Kinderdummy vom Gurt zurückgehalten und durch den Kindersitz zusätzlich geschützt wird, fliegt der ungesicherte Dummy unkontrolliert durch das Fahrzeug und prallt mehrmals an. „Wäre das kein Crashtest, sondern ein realer Unfall, hätte dieses Kind praktisch keine Überlebenschance gehabt“, erklärt Rücker. „Zudem wäre auch ein Insasse auf dem Vordersitz ernsthaft gefährdet gewesen.“

Daher appelliert Dekra an alle Eltern, ihre Kinder im Fahrzeug immer sorgfältig und ordnungsgemäß zu sichern. „Das ist ein absolutes Muss, auch wenn es nur um kurze Strecken geht oder man in Eile ist“, so Dekra-Unfallforscher Schäuble.

Mehr Informationen zum Dekra-Crashtest unter www.dekra-roadsafety.com

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