Lohnt sich ein Städtepass?

Städtereisen boomen: Seit 2007 hat sich die Zahl der Städtereisen weltweit auf 190 Millionen verdreifacht. Tourismusämter und private Anbieter bieten deshalb spezielle Städtepässe an, die Reisenden freien Eintritt und Rabatte für viele Sehenswürdigkeiten einer Stadt bieten.
Aber lohnt sich der Kauf wirklich?

Das Verbraucherforum Mydealz hat 168 Pässe für 33 verschiedene europäische Städte unter die Lupe genommen. Das Ergebnis zeigt: Städtepässe lohnen sich meist nur bei längeren Aufenthalten.

Städtepässe kosten im Mittel 62,43 Euro und bieten die Möglichkeit, beim Besuch von 55 Sehenswürdigkeiten in Summe 499,45 Euro zu sparen. Schon der Blick auf diese Zahlen macht deutlich: Wer eine der 33 Städte mit einem der 168 Städtepässe erkunden möchte, muss hierfür einiges zahlen, hat aber auch die Chance, viel zu erleben. Vorausgesetzt: Er bringt ausreichend Zeit und Muße mit, wirklich alle Sehenswürdigkeiten zu besuchen.

Achtung auch vor weiteren Kosten: Mit den 168 von Mydealz analysierten Städtepässen ließen sich zwar durchschnittlich 55 Museen, Führungen, Bühnen und andere Sehenswürdigkeiten günstiger besuchen. Wirklich im Preis inbegriffen waren aber nur 26 dieser Angebote. Um die übrigen 29 von 55 Angebote wirklich nutzen zu können, hätten Reisende weitere Kosten in Kauf nehmen müssen. Und diese hatten es teilweise in sich: Im Mittel summierten sich die Mehrkosten für den Besuch aller Sehenswürdigkeiten auf 813,56 Euro. Reisende sollten sich also genau informieren, ob der Pass – ohne Mehrkosten – auch wirklich die Tür zu den für sie interessantesten Sehenswürdigkeiten öffnet.

Besonders hoch fielen die Mehrkosten für Käufer einer „Hamburg Card“ aus: Diese ist mit 10,50 Euro für einen Tag bis 42,50 Euro für fünf Tage zwar vergleichsweise preiswert. Für 40 der 43 Angebote müssen Reisende jedoch zusätzlich zahlen – und zwar in Summe 2.912,59 Euro. Für kulturhungrige Reisende ist der „Easy City Pass“ für Wien ähnlich teuer: Auch er war mit 14,90 Euro für einen Tag bis 29,90 Euro für sieben Tag auf den ersten Blick sehr günstig. Im Preis inbegriffen war aber „nur“ der Eintritt zu drei von 49 Sehenswürdigkeiten. Um auch die übrigen 46 Museen, Bühnen und Führungen zu besuchen, hätten Reisende 2.555,45 Euro zusätzlich berappen müssen.

Am anderen Ende der Skala bewegten sich Pässe wie die für 31 Tage gültige „Amsterdam Museumkaart“ (Preis: 59,90 Euro), der für 24 Stunden bis fünf Tage gültige „Stockholm Pass“ (Preis: 62,89 bis 139,03 Euro) und der für sieben Tage gültige „Venedig City Pass Complete“ (124,90 Euro). Alle drei Pässe kosteten zwar ein Mehrfaches ihrer Wiener und Hamburger Pendants. Mit ihnen ließen sich aber alle Angebote ohne Zuzahlung nutzen.

Grob lassen sich die Pässe in zwei Kategorien unterteilen: Erstens in Städtepässe für Reisende, die sich einfach treiben lassen und vielleicht hier und dort mal ein Museum oder eine Führung besuchen möchten. Und zweitens in Städtepässe für Kulturliebhaber, die möglichst viele Museen, Führungen und vielleicht die ein oder andere Theatervorstellung besuchen möchten. Entscheidend ist, wie viel Euro Reisende pro Besuch einer Sehenswürdigkeit sparen können und ab wie vielen Besuchen sich der Kauf eines Städtepasses rentiert. Mit allen 169 Pässen hätten Reisende im Mittel 6,95 Euro pro Attraktion sparen können. Ihr Kauf rentierte sich angesichts des relativ hohen Durchschnittspreises von 62,43 Euro so durchschnittlich erst ab dem zehnten Besuch einer Sehenswürdigkeit.

Mehr Infos unter pepper.pr.co

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