12.11.2019

Dichter Nebel, der über die Straßen zieht: im Herbst und Winter leider keine Seltenheit. Und da er zudem oft plötzlich kommt, ist er für Autofahrer so gefährlich. Der ADAC gibt Tipps für sichere Fahrten bei schlechten Sichtverhältnissen und erklärt, wann man die Nebelschlussleuchte einschalten darf und wann nicht.

Bei eingeschränkter Sicht muss man grundsätzlich langsam und vorausschauend fahren sowie jederzeit bremsbereit sein. Überholmanöver auf zweispurigen Landstraßen sind tabu. Nebelfahrten erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit des Fahrers, daher gilt es, jegliche Ablenkung zu vermeiden.

Die meisten modernen Autos besitzen nicht nur Nebelschlussleuchten, sondern sind zusätzlich mit Nebelscheinwerfern ausgestattet. Diese sind hilfreich, da sie das Licht flach über die Straße streuen. Doch wie setzt man sie richtig ein? Nebelscheinwerfer dürfen immer dann eingeschaltet werden, wenn Nebel, Schneefall oder Regen die Sichtweite erheblich reduzieren. Es gelten dieselben Richtgrößen wie beim Abblendlicht.
Wenn das Fahrzeug mit zwei Nebelscheinwerfern ausgestattet ist und diese eingeschaltet sind, darf man anstatt des Abblendlichts auch das Standlicht (Positionsleuchten+Rückleuchten) benutzen.
Sobald sich die Sichtverhältnisse bessern, muss man Nebelscheinwerfer wieder ausschalten.

Fast alle modernen Autos besitzen Nebelschlussleuchten. Seit 1991 gehören sie in Deutschland zur Serienausstattung. Sie dienen vor allem dazu, den nachfolgenden Verkehr zu warnen. Für ihre Verwendung gelten aber strenge Regeln:

• Man darf sie nur einschalten, wenn die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt. Wird die Leuchte bei besserer Sicht eingesetzt, verkehrt sich der Effekt ins Gegenteil und der nachfolgende Verkehr wird geblendet. Also: Nebelschlussleuchte unbedingt wieder ausschalten, wenn der dichte Nebel sich lichtet.
• Bei Sichtweiten unter 50 Metern erlaubt der Gesetzgeber eine Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h. Diese Distanz kann man gut an den Leitpfosten am Straßenrand ablesen – auf Landstraßen und Autobahnen sind sie exakt in diesem Abstand aufgestellt.
• Nebelschlussleuchten dürfen auch innerorts eingesetzt werden. Denn innerorts kann die Sicht genauso schlecht wie außerorts sein.
• Eine Verpflichtung, Nebelschlussleuchten einzuschalten, besteht generell nicht.

Eine erhebliche Sichtbehinderung und damit die Verpflichtung, das Abblendlicht einzuschalten, besteht laut Rechtsprechung immer dann, wenn:
• auf Autobahnen oder sonstigen Schnellverkehrsstraßen die Sicht weniger als 150 Meter beträgt
• auf anderen Straßen außerorts eine Sichtweite von 100–120 Metern unterschritten wird
• innerorts eine Sichtweite von unter 60–70 Metern vorliegt

Folgendes gilt es zu beachten: Auch die modernste Lichtautomatik kann Nebel oder diesiges Wetter nicht erkennen. Daher schaltet sie das Abblendlicht nicht automatisch ein. Aus diesem Grund sollte man bei schlechter Sicht am Tag besser selbst zum Lichtschalter greifen. Bei Nebel sollte man zudem auf Fernlicht verzichten, es verschlechtert die Sicht noch zusätzlich – besser ist das normale Abblendlicht.

Mehr Infos unter: www.adac.de