07.04.2021

Am 1. April 2021 tritt die so genannte Automatikregel in Kraft: Fahrschüler können ihre praktische Fahrerlaubnisprüfung dann mit einem Automatikwagen absolvieren und dürfen anschließend auch Fahrzeuge mit Schaltgetriebe fahren. Voraussetzung dafür sind neben der Automatik-Fahrausbildung mindestens zehn Fahrstunden mit einem Schaltwagen und eine 15-minütige Testfahrt bei der Fahrschule.

Bislang durften Fahrer mit einem so genannten Automatik-Führerschein keine PKW mit manueller Schaltung fahren. „In Deutschland werden inzwischen mehr Automatikwagen als Schaltwagen neu zugelassen. Der Durchbruch der Elektromobilität verstärkt diesen Trend“, sagt Richard Goebelt, Bereichsleiter Fahrzeug und Mobilität des TÜV-Verbands. Dem trage die Automatikregelung Rechnung. Auch Fahrerlaubnisinhaber mit einer älteren Automatikeintragung können durch die Kurzlehrfahrten die Erweiterung ihrer Fahrerlaubnis auf Schaltfahrzeuge erlangen. „Fahranfänger sollten jedoch abwägen, ob sie auf eine Automatikausbildung setzen wollen", sagt Goebelt. Grundsätzlich sei der Umstieg von Schaltung auf Automatik leichter zu bewältigen als umgekehrt. Goebelt: „Wer nach der Automatik-Fahrausbildung in der Regel nicht mit einem Schaltwagen fährt, sollte vorsichtig sein und Zeit für die Umgewöhnung einplanen.“

Bereits seit einigen Jahren ist es europaweit möglich, die Fahrprüfung mit Automatikgetriebe zu absolvieren. „Die Änderung der EU-Richtlinie und deren Umsetzung in Deutschland soll den Führerscheinerwerb erleichtern“, erläutert Goebelt. Zudem seien Elektroautos und auch viele neue Assistenzsysteme an Automatikgetriebe gekoppelt. Durch die Automatikregelung wird die Fahrerlaubnisprüfung mit E-Autos überhaupt erst möglich. Damit soll die Elektromobilität in Deutschland weiter vorangetrieben werden. Allerdings sieht der TÜV-Verband auch Gefahren für die Verkehrssicherheit. „Die Gleichstellung von Fahrausbildung mit Schaltgetriebe und Automatikgetriebe wird dazu führen, dass Fahrer ohne ausreichende Schaltkompetenz in Schaltwagen unterwegs sind“, sagt Goebelt. Fehlende Fahrpraxis in einem Auto mit Schaltung und Kupplung könne für Ungeübte schnell gefährlich werden. Daher appelliert der TÜV-Verband an Fahrschüler, sich in allen Aspekten der Fahrzeugführung ausbilden zu lassen. Wer PKW mit Schaltgetriebe fahren möchte, sollte damit auch seine Führerscheinausbildung machen. „Die Fahrschule bietet einen geschützten Raum, um Schalterfahrung im realen Straßenverkehr zu sammeln“, sagt Goebelt. „Durch die unabhängige Prüfung wird den Fahrschüler bestätigt, dass sie ihr Fahrzeug sicher beherrschen.“