Der TÜV-Report 2022 ist da: Im aktuellen Untersuchungszeitraum sind 17,9 Prozent aller Fahrzeuge bei der Hauptuntersuchung (HU) mit „erheblichen“ oder „gefährlichen Mängeln“ durchgefallen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert um zwei Prozentpunkte gesunken. Der Anteil der PKW mit geringen Mängeln ist um 0,5 Punkte auf 9,1 Prozent gesunken.

„Im aktuellen TÜV-Report sind so wenige Fahrzeuge durch die Hauptuntersuchung gefallen wie seit Jahren nicht mehr“, resümiert Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands.

Das spreche einerseits für eine höhere Langlebigkeit der Fahrzeuge. Andererseits zeigen sich mehrere Corona-Effekte. Bühler: „Viele Fahrzeughalter hatten während der Lockdowns mehr Zeit, sich um die Wartung ihrer Autos zu kümmern.“ Hinzu komme ein statistischer Effekt, weil mehr junge Fahrzeuge mit relativ wenig Mängeln in die Daten eingeflossen sind. „Die bei der Produktion von Neuwagen auftretenden Lieferengpässe bei Computerchips haben Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenmarkt. Viele Besitzer von Leasing-Fahrzeugen haben ihre nach drei Jahren auslaufenden Verträge während der Pandemie verlängert, anstatt ein neues Modell zu ordern“, sagte Bühler. Zudem hätten viele Leasingnehmer während der Pandemie Aufwand und Kosten einer Neuanschaffung gescheut. Anstatt ins Ausland verkauft zu werden, sind viele der jungen Gebrauchtwagen in Deutschland geblieben und senken den Mängelschnitt.

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung legt der TÜV-Report aber auch offen, dass immer noch viele Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, die nicht verkehrssicher sind. Die Ergebnisse des Reports zeigen, dass 0,04 Prozent der PKW von den Sachverständigen als „verkehrsunsicher“ eingestuft und sofort stillgelegt wurden. Bezogen auf alle Hauptuntersuchungen in Deutschland sind das rund 10.000 Fahrzeuge innerhalb eines Jahres. Und rund 100.000 Fahrzeuge mussten mit „gefährlichen Mängeln“ wie zerschlissenen Bremsscheiben, stark beschädigten Reifen oder einem Komplettausfall der Bremslichter sofort in die Werkstatt (0,4 Prozent).

Besonders häufig beanstanden die Sachverständigen Defekte an der Beleuchtung. „Lichtmängel sind ein Klassiker bei den Hauptuntersuchungen, die von den AutofahrerInnen gerne vernachlässigt werden“, sagte Bühler. „Kaputte Bremslichter oder blendende Scheinwerfer sind gerade in der dunklen Jahreszeit ein ernstes Risiko für alle Verkehrsteilnehmer.“ Ein weiteres Manko ist Ölverlust. „Austretendes Öl am Antrieb oder am Motor belastet die Umwelt und wirkt brandbeschleunigend“, warnt Bühler.