Ob Führerschein-Umtausch, Masken im Verbandkasten oder Bußgeldkatalog: Das neue Jahr bringt einige Änderungen für AutofahrerInnen mit sich. Das Thema Führerschein-Umtausch ist nicht neu und wurde bereits vor längerer Zeit beschlossen. Und zwar sollen sämtliche nationalen Führerscheine im EU-Raum umgetauscht werden, sodass ab 2033 nur noch der einheitliche EU-Führerschein im Umlauf ist.

Um die Behörden nicht zu überlasten, soll dieser Umtausch gestaffelt vonstatten gehen: Für verschiedene Gruppen gelten verschiedene Fristen. Die erste dieser Fristen läuft bereits am 19. Januar 2022 ab. Wer noch einen Papierführerschein besitzt und zwischen 1953 und 1958 geboren ist, muss bis dahin seinen Führerschein umtauschen.

Weitere Umtauschfristen für Führerscheine im Papierformat:

Geburtsjahr       Umtauschfrist
vor 1953 19.01.2033
1953–1958 19.01.2022
1959–1964 19.01.2023
1965–1970 19.01.2024
ab 1971 19.01.2025




 
 

 

Der fristgerechte Führerscheinumtausch ist Pflicht. Wird ein Führerschein nicht rechtzeitig umgetauscht, verliert er seine Gültigkeit. Wer sich dann trotzdem hinters Steuer setzt, kann bei einer Verkehrskontrolle wegen Fahrens ohne (gültigen) Führerschein belangt werden und muss dafür 10 Euro Verwarnungsgeld zahlen. Informationen über Umtauschfristen von Führerscheinen im Scheckkartenformat gibt es unter: www.bussgeldkatalog.org

Verbandskasten wird aufgestockt
2022 ändern soll sich auch das vorgeschriebene Inventar des Verbandskastens. Neben Verbandsmaterial, Einmalhandschuhen und Rettungsdecke muss dieser dann auch zwei Mund-Nasen-Bedeckungen beinhalten.
Noch ist unklar, wann genau die Maskenpflicht für den Verbandskasten 2022 eingeführt wird, aber sie soll auch nach Ende der Corona-Pandemie bestehen bleiben. Was bereits feststeht, sind die Verwarnungsgelder, die für einen nicht-vorschriftsgemäßen Verbandskasten im Auto verhängt werden können: Als Fahrer müssen Sie hier mit 5 Euro rechnen; Haltern drohen 10 Euro.

Wer muss 2022 zum TÜV?
Die meisten Autos müssen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Wer sich nicht merken kann, wann der nächste TÜV-Termin ansteht, kann einfach auf die HU-Plakette am Auto-Kennzeichen schauen: Ist diese braun, muss das Fahrzeug 2022 zum TÜV. Die Zahl, die oben steht, gibt den Monat für den Termin an.
Hat die Plakette hingegen eine andere Farbe, kann man sich mit der Hauptuntersuchung noch etwas Zeit lassen:
• rosa: nächster Termin ist 2023
• grün: nächster Termin ist 2024

Wer 2022 den TÜV-Termin, muss mit einem Bußgeld zwischen 15 und 75 Euro rechnen. Unter Umständen kann dies sogar einen Punkt in Flensburg einbringen.

Das Aus für den alten Bußgeldkatalog
Einen neuen Bußgeldkatalog wird es 2022 nicht geben. Dies ist nicht verwunderlich, denn der aktuelle Katalog ist erst vor einem Monat, am 9. November 2021, in Kraft getreten. Alle Verkehrsordnungswidrigkeiten, die vor diesem Tag begangen wurden, werden jedoch noch mit den alten Bußgeldern sanktioniert. Und da der Versand eines Bußgeldbescheides mitunter ein paar Monate dauern kann, ist es nicht auszuschließen, dass auch 2022 noch einige Bußgelder gemäß des alten Bußgeldkatalogs gezahlt werden müssen.
Doch dessen Tage sind bereits gezählt. Denn selbst unter Berücksichtigung aller Möglichkeiten dauert die Verjährungsfrist einer Verkehrsordnungswidrigkeit maximal sechs Monate. Später darf der Bußgeldbescheid auf keinen Fall beim Betroffenen eintreffen. Somit ist der 8. Mai 2022 theoretisch der letzte mögliche Tag, an dem noch ein Bescheid mit einem der alten Bußgelder zugestellt werden kann. In der Praxis wird sich bis dahin allerdings ohnehin der neue Bußgeldkatalog etabliert haben.

Im kommenden Jahr müssen AutofahrerInnen mit weiteren Neuerungen rechnen. Was sich bei der KFZ-Versicherung ändert, welche Fahrerassistenzsysteme künftig vorgeschrieben sind und welche Mautpreise steigen, verrät der kostenfreie Online-Ratgeber des VFR Verlag für Rechtsjournalismus unter www.bussgeldkatalog.org